Handwerkerleistungen steuerlich  absetzen

Für Handwerkerleistungen (Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen)   können bis zu   20 %  des Arbeitslohns von der individuellen Steuerschuld abgezogen werden.   Dies entspricht dem Arbeitslohn aus Handwerkerrechnungen in Höhe von EUR 6.000,-- Wichtig: Die Absetzbarkeit bezieht sich nur auf die Lohnkosten (Arbeitslohn des Handwerkers) und nicht auf Kosten für das Arbeitsmaterial. Handwerksbetriebe sollten daher ihre Rechnungen genau nach Arbeitslohn und sonstigen Kosten auf aufschlüsseln.  Auch ist darauf zu achten, dass in der Rechnung Arbeitslohn und Arbeitsmaterial einzeln mit getrennter Mehrwertsteuer aufgeführt sind.

Barzahlung mit Quittung reicht nicht: Dem Finanzamt ist auf Verlangen eine detaillierte Rechnung über die Leistungen vorzulegen. Ebenso ist ggf. die Zahlung durch einen Kontoauszug, aus dem sich die Abbuchung des Rechnungsbetrages ergibt, oder durch eine entsprechende Bankbescheinigung nachzuweisen. Die Vorlage einer Durchschrift oder Kopie des Überweisungsträgers reicht im Zweifel nicht aus. Vor allem ist zu beachten: Bargeschäfte mit oder ohne Rechnung sind nicht begünstigt (vgl. § 35a Abs. 5 EStG). Eine Barzahlung der Rechnung wird von der Finanzverwaltung selbst dann nicht steuermindernd berücksichtigt, wenn der Handwerker den Geldeingang und dessen ordnungsgemäße Versteuerung bestätigt.



Gewährleistung und Garantie – Was sind die Unterschiede

Gewährleistung (Mängelhaftung)

Die Gewährleistung oder Mängelhaftung (so nennt es das Gesetz) umschreibt die gesetzlichen Regelungen, die dem Käufer im Rahmen eines Kaufvertrags zur Seite stehen, bei dem der Verkäufer eine mangelhafte Ware oder Sache geliefert hat. Gewährleistung bedeutet, dass der Verkäufer dafür einsteht, dass die verkaufte Sache zum Zeitpunkt der Übergabe an den Käufer frei von Sach- und Rechtsmängeln ist. Der Verkäufer haftet daher für alle Mängel, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben, auch für solche versteckte Mängel, die erst später bemerkbar werden. Die Gewährleistungsfrist beträgt nach § 438 BGB 24 Monate und kann bei Gebrauchtwaren per AGB oder Vereinbarung zwischen beiden Parteien auf 12 Monate verkürzt werden. Zu Gunsten eines Verbrauchers gegenüber dem Unternehmer wird beim Verbrauchsgüterkauf in den ersten 6 Monaten nach Übergabe vermutet, dass die Ware schon zum Lieferzeitpunkt mangelhaft war, es sei denn, der Verkäufer kann nachweisen, dass der Mangel zum Zeitpunkt der Lieferung noch nicht bestand. Bemerkt der Kunde später als 6 Monate nach dem Kauf den Mangel, so ändert sich die Beweislast, d.h. nun muss er beweisen, dass der Gegenstand schon bei der Übergabe einen Mangel aufwies.

Bei Mangelhaftigkeit der Sache hat der  Käufer die folgenden gesetzlichen Rechte:
Nacherfüllung (Austausch, Nachlieferung, Beseitigung des Mangels),
Rücktrittsrecht,
Minderung,
Anspruch auf Schadensersatz.

Welche Art der Nacherfüllung zu erbringen ist, bestimmt grundsätzlich der Käufer und nicht der Verkäufer; eine vertragliche Verlagerung des Wahlrechts ist zwar prinzipiell, nicht aber beim Verbrauchsgüterkauf möglich

 

Garantie ist keine Gewährleistung!

Im juristischen Sinn ist eine Garantie die freiwillig vereinbarte Verpflichtung eines Händlers oder Herstellers gegenüber dem Kunden, während die Gewährleistung direkt aus dem Gesetz abzuleiten ist. Im Handel ist die Garantie also eine zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistungspflicht gemachte freiwillige und frei gestaltbare Dienstleistung.



Kulanz

Kulanz ist ein freiwilliges Entgegenkommen zwischen den Vertragsparteien nach dem Vertragsabschluss und bedeutet einen einseitigen Rechtsverzicht. In der Praxis wird der Fachbetrieb immer versuchen, bei auftretenden Problemen eine kulante Regelung  im Sinne seines Kunden zu finden, denn Kulanz ist ein wichtiges Instrument der Kundenbindung.